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Politikwissenschaft

 

„Die heutige Jugend ist unpolitisch und desinteressiert, sie kann ja eh nichts ändern. Wir versinken in einer Flut von Informationen, da die Welt immer komplexer und unübersichtlicher wird. Politikverdrossenheit greift um sich, denn „Die da oben“ in Berlin, respektive Brüssel, machen was sie wollen. ...“

Solche oder ähnliche Kommentare sind häufig zu hören, wenn es um den Zustand der Welt, unserer Gesellschaft oder Politik im Allgemeinen geht. Stimmt das? Wir glauben nicht und setzen auf Bildung statt Parolen!

Doch: Was ist Politik? Wie wird sie gemacht? Welche Ziele hat sie oder sollte sie haben?

Diese Fragen stellen sich nicht nur den akademischen Politikwissenschaften, sie sind auch in der Schule zentral. Denn auch wenn es hierauf keine einfachen Antworten gibt, ja geben kann, gibt uns die Auseinandersetzung mit ihnen die Mittel in die Hände, das politische Geschehen nicht nur zu verstehen, sondern uns als mündige Bürger in gesellschaftliche Prozesse produktiv einzubringen.

Das Fach Politikwissenschaften hat also neben der schulischen eine herausragende, alltägliche Relevanz. Durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen politischen Strukturen, Prozessen und Zielen werden die Schüler, als junge Bürger, dazu befähigt, unsere Gesellschaft - beginnend mit dem Schulalltag - reflektiert, demokratisch und selbstbestimmt mit zu gestalten.

Das Nachdenken über und die Teilhabe an politischen Prozessen sind die besten Mittel dazu, nicht nur den oben genannten Vorurteilen zu begegnen, sondern auch das übergeordnete Ziel des Berliner Schulgesetzes, nämlich „die Heranbildung von Persönlichkeiten [...], welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten“, zu erreichen.

 

Die politikwissenschaftliche Ausbildung beginnt bereits in der Sekundarstufe I im Fach Sozialkunde, das an den Geschichtsunterricht angegliedert ist. So wird gewährleistet, dass auch diejenigen, die in der Oberstufe keine explizite Vertiefung des Faches wählen, befähigt werden, in Kenntnis ihrer Rechte, Pflichten und Möglichkeiten gesellschaftlich aktiv zu werden. Entsprechend dem Rahmenplan des Landes Berlin werden in den Jahrgangsstufen 7/8 die Themenfelder Jugend und Politik, Kommunikation und Medien, Menschenrechte sowie Recht und Rechtsprechung behandelt. In den Jahrgangsstufen 8/9 folgt die Thematisierung der Demokratie als Herrschaftsform, von Wirtschaft und Arbeitsleben, der Europäischen Union und Aspekten internationaler Politik.

 

In der Oberstufe werden neben Grundkursen durchgängig Leistungskurse im Fach Politikwissenschaften angeboten. In diesen werden die für die Grundkurse verbindlichen Themenfelder vertieft behandelt und durch weitere Aspekte ergänzt, wobei auch die Interessenlagen der Lernenden berücksichtigt werden. Die thematische Reihenfolge ergibt sich entsprechend dem Rahmenplan Politikwissenschaften für die Sekundarstufe II wie folgt: beginnend mit der Erschließung unterschiedlicher Politikfelder (z.B.: Demokratie gestern, heute, morgen in Theorie und Praxis; Demokratietheorien; Gegner der Demokratie; Wirtschaft; Gesellschafts- und Sozialstruktur) im ersten Kurshalbjahr werden die bereits gewonnenen Erkenntnisse im zweiten Kurshalbjahr auf die Bundesrepublik Deutschland heute angewandt und vertieft. Im dritten bzw. vierten Kurshalbjahr stehen die Europäische Union und internationale Entwicklungen im 21. Jahrhundert im Zentrum des Unterrichts.

Dabei wird darauf geachtet, dass die Lernenden mit eigenständigen Projekten, wie etwa Vorträgen oder selbst durchgeführten Umfragen, aktiv in die Unterrichtsgestaltung einbezogen werden. Dies ist gerade hinsichtlich der großen Attraktivität des Fachs als der 5. Prüfungskomponente im Abitur (Präsentation) von besonderer Bedeutung, da die Schüler so die von ihnen geforderten methodischen und fachlichen  Kompetenzen nicht lediglich erwerben, sondern anwenden und festigen.

Ergänzt wird der unterrichtliche Rahmen durch die Kooperation mit externen Bildungsträgern (z.B. Workshop „Jugend und Kommunalpolitik“ der Friedrich-Ebert-Stiftung), Besuchen außerschulischer Lernorte (z.B. Bundestag) oder längeren Exkursionen des Leistungskurses, wie etwa nach Brüssel mit dem Schwerpunkt Arbeit des Europäischen Parlaments oder zum regierenden Bürgermeister. Weiterhin werden auch Experten in die Schule eingeladen, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen.

 

Weiterhin unterstützt der Fachbereich Politik die Arbeit der „AG Courage“ am Robert-Havemann-Gymnasium inhaltlich wie personell und bietet so Schüler aller Jahrgangsstufen die Möglichkeit zivilgesellschaftliches Engagement zu üben und sich aktiv ins Schul- und regionale Leben einzubringen.

Bei alldem erinnert uns der Namensgeber unserer Schule, Robert Havemann, daran, wie wichtig es ist, mutig, aufrecht und konsequent für Gerechtigkeit und Demokratie einzutreten - an der Schule und darüber hinaus. Unser Schulmotto Demokratie leben“ gilt dem Fachbereich daher als zentrale Maxime unserer Arbeit.

 

Unterrichtende Kollegen:

Hr. Tornack (komm. Vors. der Fachkonferenz)
Hr. Bodien
Fr. Dittrich
Hr. Hirschberg
Hr. Dr. Schulz
Fr. Vorpahl
Hr. Goltermann (Ref.)
Hr. Sriramalu (Ref.)
 

Foto:

LK im Europäischen Parlament (Brüssel)

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Foto:

PW Leistungskurs in Diskussion mit Politikern, und das nicht nur vor Wahlen.

Mindrup